Arthrose im Fuß äußert sich häufig in einem typischen Muster: Die ersten Schritte nach einer Ruhephase sind schmerzhaft, nach kurzer Bewegung lässt der Schmerz nach, und bei längerer Belastung nehmen die Beschwerden wieder zu. Der Gelenkverschleiß selbst ist nicht umkehrbar. Beeinflussbar ist jedoch, wie der Fuß bei jedem Schritt belastet wird – hier setzt die orthopädieschuhtechnische Versorgung an.
Betroffene Gelenke
Der Fuß umfasst mehr als 30 Gelenke; Arthrose kann in jedem davon auftreten. Drei Lokalisationen kommen besonders häufig vor:
- Großzehengrundgelenk: medizinisch Hallux rigidus. Das Gelenk versteift zunehmend, das Abrollen wird schmerzhaft.
- Oberes Sprunggelenk: häufig Folge zurückliegender Frakturen oder wiederholter Bandverletzungen. Typisch sind Anlaufschmerz und Unsicherheit auf unebenem Untergrund.
- Fußwurzelgelenke im Mittelfuß: Der Schmerz sitzt auf dem Fußrücken und tritt vor allem beim Gehen auf hartem Untergrund auf.
Die Unterscheidung ist für die Versorgung wesentlich, da jede Lokalisation andere Maßnahmen erfordert.
Symptome und Abgrenzung
Kennzeichnend ist der Anlaufschmerz: Nach Ruhephasen – morgens oder nach längerem Sitzen – sind die ersten Schritte am schmerzhaftesten, danach lassen die Beschwerden nach. Hinzu kommen häufig eine morgendliche Steifigkeit, witterungsabhängige Beschwerdeschwankungen, gelegentliche Schwellungen und eine im Verlauf abnehmende Beweglichkeit des betroffenen Gelenks.
Die Diagnose stellt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, in der Regel anhand einer Röntgenaufnahme. Die orthopädieschuhtechnische Beurteilung ergänzt dies um Gangbild, Druckverteilung und das Abnutzungsbild der getragenen Schuhe.
Orthopädieschuhtechnische Versorgung
Ziel der Versorgung ist es, den Bewegungsumfang und die Stoßbelastung des betroffenen Gelenks zu reduzieren. Je nach Lokalisation kommen folgende Maßnahmen einzeln oder kombiniert zum Einsatz:
- Abrollhilfe: Eine an der Sohle gearbeitete Rolle übernimmt einen Teil der Bewegung, die sonst im Gelenk stattfinden müsste. Bei Arthrose im Großzehengrundgelenk und im Mittelfuß ist dies die wirksamste Einzelmaßnahme.
- Sohlenversteifung: Sie verhindert das Durchbiegen des Schuhs im schmerzhaften Bereich. In Kombination mit der Abrollhilfe bleibt das Gangbild flüssig.
- Weichbettende Einlage: Sie verteilt den Druck großflächig und dämpft die Stoßbelastung beim Aufsetzen des Fußes.
- Rückfußstabilisierung: Bei Arthrose im oberen Sprunggelenk sorgt eine Führung der Ferse für zusätzliche Standsicherheit.
Bei ausgeprägten Befunden – etwa nach einer Gelenkversteifung – ist der orthopädische Maßschuh die weitergehende Lösung, da Bettung, Führung und Abrollung dabei von Grund auf aufeinander abgestimmt werden. Die Fertigung erfolgt in unserer Meisterwerkstatt.
Geeignetes Schuhwerk im Alltag
Empfehlenswert sind Schuhe mit fester, gedämpfter Sohle, stabiler Fersenkappe, herausnehmbarem Fußbett – damit orthopädische Einlagen eingelegt werden können – und ausreichend Platz im Vorfuß. Ein moderater Absatz von zwei bis drei Zentimetern wird meist besser vertragen als eine vollständig flache Sohle.
Ungünstig sind sehr dünne und biegsame Sohlen, hohe Absätze sowie ausgetretene Schuhe mit verbrauchter Dämpfung. Zu berücksichtigen ist auch der Aufenthalt in der Wohnung: Auf harten Bodenbelägen entlastet ein Hausschuh mit Fußbett den Fuß spürbar.
Bewegung und Belastungssteuerung
Gelenkknorpel wird durch Bewegung ernährt; eine dauerhafte Schonung ist daher nicht zielführend. Ungünstig sind vor allem Stoß- und Spitzenbelastungen. Als verträglich gelten in der Regel Radfahren, Schwimmen und Gehen auf weichem Untergrund; längere Strecken auf hartem Untergrund, Sprünge und abrupte Richtungswechsel sind eher zu vermeiden. Das individuell sinnvolle Maß sollte ärztlich abgestimmt werden.
Untersuchung und Beratung bei Priwitzer
Eine Versorgung bei Fußarthrose wird in der Regel im Verlauf angepasst. Kontrolltermine sind deshalb fester Bestandteil und ohne Voranmeldung möglich.